9. Juni 2026 | Jugend: News & Spielberichte

Jugend Bundesliga 26/27 – unsere wA ist dabei

Jugend Bundesliga 26/27 – unsere wA ist dabei

Was die meisten für unmöglich gehalten haben, ist tatsächlich passiert. Letztes Wochenende hat unsere weibliche A-Jugend in Regensburg das Ticket für die Jugend Bundesliga 26/27 gelöst. Die eigentliche Reise muss aber schon viel früher begonnen haben. Nach den letzten Saisonsiegen im März wurden die B- und A-Jugend Regionalligen 25/26 als Vize-Hessenmeister bzw. Dritter recht erfolgreich beendet. Aber meist sah man eine Mannschaft, die sicherlich sehr talentiert ist, aber fast mechanisch und emotionslos ihr Spiel abspult und in den entscheidenden Spielen nie ihr Leistungsvermögen abrufen konnte.

DER WEG IST DAS ZIEL!

Über Ostern wurde am Prag Handball Cup teilgenommen und die Mädels hatten eine großartige Zeit zusammen. Sportlich konnte man schon in den KO-Spielen sehen, dass sich irgendwas in der Mannschaft verändert hatte. Insbesondere im unglücklich verlorenen Viertelfinale gegen VOC Amsterdam wurde eine bisher nie gesehene Leidenschaft gezeigt. Auch wenn in den Testspielen und in der hessischen Qualirunde immer wieder mal mit “Rückschritten“ in dieser Hinsicht zu kämpfen war, schien die Mannschaft auf dem richtigen Weg. Mit der Teilnahme und dem Erreichen des 2. Platzes beim Ulzburg-Cup über Pfingsten wurde sich der Feinschliff geholt und zugleich bestätigt, dass das Ziel Bundesliga keinesfalls Utopie war. Mit diesem Wissen und großer Entschlossenheit trat die Mannschaft die Reise nach Regensburg an.

1. Spiel gegen TV Aldekerk

Im ersten Spiel gegen den TV Aldekerk 07 entwickelte sich ein intensives enges Spiel auf Augenhöhe. In der ersten Hälfte wechselte die Führung hin und her und es ging mit 11:10 für unsere Mädels in die Pause. Nach der Pause konnten sie sich bis auf drei Tore absetzen, aber verpassten es immer wieder die Führung weiter auszubauen und das Spiel vorzeitig zu entscheiden, so dass Aldekerk vier Minuten vor dem Ende wieder ausgleichen konnte. Nun wurde es dramatisch. Im eigenen vermeintlich letzten Angriff konnte kein Tor erzielt werden, so dass Aldekerk mit einer Auszeit noch fünf Sekunden verblieben. Im Eifer des Gefechts unterlief ein folgenschwerer Fehler, der mit roter Karte und Siebenmeter bestraft wurde, aber unsere Torhüterin Franka parierte diesen und setzte damit ein erstes emotionales Ausrufezeichen. Das Spiel endete unter dem Strich leistungsgerecht mit 22:22.

2. Spiel gegen DJK SF BUDENHEIM

In Spiel 2 ging es gegen die DJK Sportfreunde Budenheim, die man aus zwei Testspielen in der Vorbereitung schon gut kannte. Über die Gründe könnte man lange spekulieren, aber faktisch kam unsere Mannschaft nur schwer ins Spiel und die Abwehrarbeit war über die gesamte Spielzeit viel zu passiv. So entwickelte sich ein munteres “Scheibenschiessen“, in dem man fast die gesamte Spielzeit führte, sich aber nie so richtig absetzen konnte. Wie es kommen musste, erzielte Budenheim 100 Sekunden vor dem Ende den Ausgleich und es wurde spannend. Zum Glück behielt Ricarda 50 Sekunden vor dem Ende die Nerven und netzte aus dem Rückraum zur erneuten Führung ein. Zwei Budenheimer Ballverluste wurden von Leja durch Tempogegenstöße unmittelbar bestraft, so dass der Drops gelutscht war. Das Spiel endete 29:27. Unterm Strich war das Spiel unnötig knapp und hätte Böse ins Auge gehen können. Die Mädels gingen trotzdem mit gutem Gefühl zurück ins Hotel, denn vor einem halben Jahr hätte man so ein Spiel vermutlich verloren. Heute wurde in der kritischen Phase aber nochmal eine Schippe draufgelegt.

3. spiel gegen SV SALAMANDER KORNWESTHEIM

Am Sonntag wartete im dritten Spiel der noch verlustpunktfreie SV Salamander Kornwestheim. Dieser hatten am Samstag den favorisierten Gastgeber TSV Haunstetten eindrucksvoll geschlagen, so dass die Mannschaft mit einer gehörigen Portion Respekt ins Spiel ging. In der ersten Hälfte liefen sie zwar permanent einem Rückstand hinterher, aber gerade das Spiel über den Kreis funktionierte sehr gut. Arachne glich mit ihrem vierten Treffer zum 10:10 Halbzeitstand aus. In Hälfte zwei geriet man erneut schnell mit zwei Toren in Rückstand, konnte diese aber wieder egalisieren. Nun sorgten unsere beiden Außen Mira und Mariella mit hundertprozentiger Trefferquote dafür, dass Kornwestheim sich nicht wieder absetzen konnte. Trotz des Rückschlags, dass unsere Kreisläuferin Arachne mit einer tiefen Platzwunde am Kinn ausscheiden musste, übernahm unsere Abwehr nun die Kontrolle. Kornwestheim kam kaum noch zu aussichtsreichen Wurfpositionen, so dass man sich einen drei Tore Vorsprung erspielen konnten, der auch nicht mehr hergegeben wurde. Am Ende hätte das Ergebnis noch deutlicher als 22:18 sein können. Auch in diesem Spiel hatte die Mannschaft in den entscheidenden Situationen immer eine Antwort parat und zeigte ihre beste Leistung des Turniers.

4. Spiel gegen TSV HAUNSTETTEN

Vor dem letzten Spiel war die Ausgangslage klar: für die Bundesliga Qualifikation war ein weiterer Sieg nötig, alles andere hätte den Gang in die nächste Runde bedeutet. Der Gegner, der TSV Haunstetten benötigte den Sieg für das Erreichen eben dieser. Die Vorzeichen waren nicht gut, unsere Kreisläuferin Arachne konnte aufgrund der im vorherigen Spiel erlittenen Verletzung nicht mehr mitwirken und viele andere gingen auch schon auf dem Zahnfleisch. Trotz der bisherigen Ergebnisse war klar, dass zumindest auf dem Papier der schwierigste Gegner, mit Spielerinnen die bereits A-Jugendbundesliga-, Dritt- und Zweitligaerfahrung haben, auf uns zukam. Des Weiteren ergab sich aus der Ausgangsituation, dass fast die ganze Halle gegen unsere Mädels war, da auch Aldekerk als aktueller Tabellenführer von einer Niederlage profitiert hätte. Aber das Spiel begann ganz anders, Haunstetten hatte ebenfalls eine gehörige Portion Respekt und unsere Mannschaft das Spiel im Griff und konnte sich eine 7:2 Führung erarbeiten. Die Abwehr war wieder bärenstark und auch das Offensivspiel lief gut. Luna sprangt am Kreis in die Bresche und machte ein tolles Spiel, Franka im Tor brachte die gegnerischen Spielerinnen mit etlichen Paraden zur Verzweiflung. Mit 10:6 ging man in die Pause. In der zweiten Hälfte wurde es dramatisch. Mit zunehmender Spielzeit gingen unserem Team die Körner aus, Haunstetten verteidigte jetzt sehr gut und man kam kaum noch zum Abschluss. Anni, Leni, Kim und Ricarda im Rückraum mussten für jede Wurfmöglichkeit hart kämpfen. Einzig die exzellente Abwehrarbeit und Franka hielten die Mannschaft im Spiel und verhinderten, dass Haunstetten ergebnisseitig die Führung übernahm. Kim behielt von der 7-Meter Linie zum einzigen eigenen Treffer innerhalb von zehn Minuten die Nerven. Drei Minuten vor Ende stand es 13:13. Nun begann die Crunchtime und die Mädels hingen in den Seilen. In Ballbesitz setzte sich Leni im 1:1 durch und kassierte einen Gesichtstreffer, der mit zwei Minuten für den Gegner bestraft wurde. Den darauffolgenden Abschluss daraufhin netzte Mariella von außen zur erneuten Führung zwei Minuten vor dem Ende ein. In der Abwehr wurde der Ball mit letzter Kraft erobert und Mariella traf erneut von außen. Zwei Tore Vorsprung. Die letzte Angriffsaktionen von Haunstetten verpuffte, der Rest war Jubel.

Unterm Strich ist das Ergebnis eine kleine Sensation. Die Mädels haben immer daran geglaubt, dass sie es schaffen, haben solche Leistungen aber bisher nie abrufen können. Natürlich benötigt man auch eine gehörige Portion Glück, jedes Spiel hätte auch anders ausgehen können. Aber diese Mannschaft darf Stolz auf diesen Erfolg und die Art und Weise des Zustandekommens sein. Sie hat in jedem Spiel schwierige Situationen gemeistert, als Team gekämpft und alles gegeben. Jede hat ihren Teil dazu beigetragen, in jedem Spiel hat jemand anderes in schwierigen Situationen Verantwortung übernommen und abgeliefert. Insbesondere auch die Spielerinnen die wenig oder gar nicht gespielt und trotzdem für gute Stimmung gesorgt haben. Das ist nicht selbstverständlich und für so einen Erfolg unerlässlich.

Großes Lob und Dank geht natürlich auch an die Coaches Nicky, Tamino und Jannis, die in den letzten Monaten offensichtlich an den richtigen Knöpfen gedreht und immer an die Mannschaft geglaubt haben, sowie natürlich an die mitgereisten Fans, die die Mannschaft von der Tribüne lautstark unterstützt haben.